Ergebnispräsentation auf nationaler Fachtagung

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Wie auf diesem Blog im April angekündigt, präsentierte das Forschungsvorhaben Baukultur und Tourismus seine Ergebnisse auf der nationalen Fachtagung im Kloster Chorin.

Die Verknüpfung von Baukultur und Tourismus schafft neue Perspektiven in ländlichen Regionen. Von dieser These ausgehend, wurde im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Forschungsfeld „Baukultur und Tourismus – Kooperation in der Region“ in den vergangenen drei Jahren mit sieben Modellvorhaben erprobt, wie die Kooperation von Baukultur und Tourismus im ländlichen Raum gestärkt werden kann und welche Werkzeuge dafür gewinnbringend sind. Begleitet wurde das Forschungsvorhaben im Rahmen des Programms Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) von dem Aachener Planungsbüro HJPplaner und der Tourismusberatung COMPASS aus Köln.

Die Ergebnisse der Arbeit in Destinationen aus ganz Deutschland wurden nun im Rahmen einer Fachtagung im Kloster Chorin einem interessierten Fachpublikum in Anwesenheit von Frau Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), präsentiert. Sie dankte den Akteuren aus den Modellvorhaben sehr herzlich und betonte, dass der Austausch und das voneinander Lernen – das vernetzte Miteinander – in allen beteiligten Modellregionen am wichtigsten war.

Podiumsdiskussion der Abschlussveranstaltung

Podiumsdiskussion der Abschlussveranstaltung

Auf dem Podium war auch Spitzenköchin Sarah Wiener als Verfechterin von Qualität, Regionalität und Authentizität. Themen, die auch im Baukultur und Tourismus-Forschungsfeld bezogen auf Architektur, Design und Tourismus eine zentrale Rolle spielen. Sie war von den Ergebnissen beeindruckt und ermutigte die Regionen, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen und damit zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums beizutragen: „Baukultur ist das erste, was man wahrnimmt, wenn man an einen Ort kommt – und die Seele, die Atmosphäre eines Raumes, hat dabei eine besondere Rolle. (…) Dabei sollten die Geschichten erzählt werden, die sich dahinter verbergen.“

Dr. Anna Scuttari – Tourismusforscherin aus Südtirol – betonte, dass Baukultur, Architektur und Tourismus untrennbar miteinander verbunden sind und der Trend dahin gehe, dass sich Regionen zunehmend profilieren müssen: „Baukultur ist die Hardware, Tourismus die Software. Die Kunst ist nun, die beste Verbindung von Hard- und Software zu finden.“

Wie es gelingen kann, dass Akteure aus Tourismus, Baukultur und Architektur zusammen kommen zeigte der Berliner Architekt Jörg Finkbeiner am Beispiel der Gemeinde Baiersbronn auf: Unternehmer, Einheimische und Politiker müssen mitgenommen werden, um in einem spannenden Prozess Neues zu schaffen. Nur so können auch neue Gäste gewonnen werden.

In den vielen Fachbeiträgen und Diskussionen am Nachmittag spiegelte sich die gesamte Bandbreite und Vielschichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen Baukultur und Tourismus in den Modellregionen wider. Konsens herrschte darüber, dass es keine einfachen Antworten oder gar Patentrezepte gibt, sondern dass Baukultur und Tourismus mit dem Anspruch auf Qualität und Nachhaltigkeit ein langwieriger Prozess sind. Die im Forschungsfeld erarbeiteten guten Ansätze und Erfolge eröffnen für ländliche Regionen faszinierende Möglichkeiten für eine zukunftsfähige Entwicklung.

Nach einer spannenden Tagung an einem inspirierenden Ort waren sich die 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig, dass das Thema auf regionaler und nationaler Ebene weiterverfolgt werden muss.

Projektleiter Dr. Frank Pflüger betonte, dass Baukultur und Tourismus in der nationalen und in den Tourismusstrategien der Länder verankert werden sollte, damit das Potenzial aus der Kooperation beider Themenbereiche positive Impulse in der Entwicklung ländlicher Räume setzen kann.

Forschungsassistenz Gruppenfoto

Gruppenfoto Forschungsassistenz: v.l.n.r. Dr. Frank Pflüger, Projektleitung Forschungsassistenz (FA), Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), Martina Leicher (FA), Tina Hörmann (FA), Karsten Palme (FA), Anne Keßler, BMI Referat Baukultur und Städtebaulicher Denkmalschutz,
Christoph Vennemann, Projektleitung Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Gabriele Kautz, BMI MinR’n Referat Baukultur und Städtebaulicher Denkmalschutz

Die für die Workshops erstellten Postkarten mit den jeweiligen Kernaussagen stellen wir Ihnen hierunter als Download zur Verfügung. Bitte geben Sie bei Verwendung der Postkarten und der grafischen Darstellungen als Quelle „Netzwerk Baukultour“ an.

Weitere Informationen zum Forschungsfeld und dem Fördergeber: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/FP/ExWoSt/Forschungsfelder/2016/baukultur-tourismus/01-start.html?nn=430172

 

Die Themen-Postkarten:

Thema 1: Touristische Produkte, die aus einer BKuT-Kooperation entstehen können

Thema 2: Baukultur als Thema zur Profilbildung einer Destination

Thema 3: Natur + Kultur als wichtige Ressourcen eines lebendigen Tourismus

Thema 4: Ist das Baukultur? Beispiele!

Thema 5: Architektonische Qualitäten „ermitteln“ und „vermitteln“

Thema 6: Baukultur und Nachhaltigkeit – was hat das miteinander zu tun?

Thema 7: Baukultur vs. Baugeschichte – wo ist der Unterschied?

Thema 8: Wie baue ich regional und zeitgemäß?

Thema 9: Gestaltungsberatung im Naturpark Südschwarzwald und bauWERK SCHWARZWALD

Thema 10: Ist Baukultur Luxus? – Kosten qualitätsvollen Bauens

Thema 11: Bau- und Planungsämter einbeziehen: wie begeistert man Verantwortliche für Tourismus und Baukultur?

Thema 12: Qualität als Maßstab kommunalen Handelns

Thema 13: Vermittlung moderner, zeitgenössischer Architektur an Gastgeber

Thema 14: Wie nehme ich die Einheimischen auf dem Weg zu einer Baukultur- und Tourismusregion mit?

Thema 15: Moderne Vermittlung und Kommunikation von Baukultur für Touristen und Einheimische

Thema 16: Baukultur ist Übersetzungsarbeit. Wie geht das am besten?

Thema 17: Warum Industriekulturtourismus die Fragen des Strukturwandels nicht beantwortet!

Thema 18: Albergo Diffuso – ein Modell auch für andere Regionen?

Thema 19: Segen oder Fluch? Regionale Baukultur und Tourismus im Schatten der Hauptstadt

Thema 20: Industriebetriebe und andere Wirtschaftsunternehmen für Baukultur und Tourismus gewinnen

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